Meine Aufstiegsroute auf den Aconcagua wird die 2006 erschlossene "Guanacos-Traverse" sein. Sie wird als die jüngste und attraktivste Route beschrieben, die bisher (noch) nicht so viel begangen wurde. Sie kombiniert eine gewisse Einsamkeit mit den Sicherheitsvorteilen eines festen und bewirtschafteten Basislagers.

Technische Schwierigkeiten im Sinne von Kletterpartien gibt es auf der Route nicht und je nach Bedingungen ist mit Schnee und Eis zu rechnen. Die große Herausforderung liegt in der Bewältigung der enormen Höhe (und Kälte bis -30°C). Der Sauerstoffgehalt der Luft liegt bei unter 50%, wodurch die Leistungsfähigkeit stark gemindert wird. Hinzu kommt, dass der Körper ab einer Höhe von 6300m nur nach extrem langer Akklimatisationszeit überhaupt noch halbwegs regeneriert.

Mein/unser Plan: durch optimales Konditionstraining im Vorfeld und langsames Trecking zum Basislager "Plaza de Argentina", 4200m, die Akklimatisation vorzubereiten.

Ab Basislager stehen 12 Tage für die Errichtung der 3 Hochlager (5000m, 5500m und 6000m) und zur weiteren Akklimatisation zur Verfügung, um dann den Gipfelsturm nach einer Ruhepause zu wagen. Dabei werden wir das Prinzip 2 Schritte vor und 1 zurück (oder: go high - sleep low) anwenden. Mit einer Tragleistung von rund 18kg müssen alle Materialien ab dem Basislager selbst getragen werden. Im 3. Lager gibt es kein Wasser mehr, das also ebenfalls getragen bzw. durch Schnee schmelzen gewonnen werden muss. Da viel Trinken in großen Höhen besonders wichtig ist, müssen rund 4-5 Liter pro Person/Tag einkalkuliert werden.

Der Abstieg erfolgt über die Normalroute zum "Plaza de Mulas", so dass der Aconcagua dann klassisch überschritten wurde. Gerüchten zu Folge gibt es da auch Bier .... Irgendeine vernünftige Motivation braucht der Mensch ja, wenn er so etwas Verrücktes machen will!

Apropos vernünftige Motivation.

Organisiert wird die Expedition von dem renommierten Reiseveranstalter DAV Summit Club.